Die schweren Natursteinplatten gleiten millimetergenau über die CNC-Anlage. In der Werkshalle von Steinmetz Neumayr in Oberndorf entstehen daraus etwa Küchenarbeitsplatten, Böden, Badezimmer, Stiegen, Terrassen oder kunstvolle Einzelstücke – hochwertiges Handwerk, das ein Leben lang Freude bereitet. Qualität ist bei Steinmetz Neumayr gelebte Unternehmensphilosophie. Verarbeitet werden mehr als 6.000 Natursteinsorten aus aller Welt – von internationalen Materialien bis hin zu heimischen Gesteinen wie dem Hahnenkammstein aus Kitzbühel oder dem Pannonia Grün aus dem Burgenland.
Manche der Steinarbeiten finden ihren Platz im Eigenheim einer Tiroler Familie, andere in einem Hotel oder in einem Freizeitwohnsitz. Für Sebastian Mayer, der bereits Teil der zweiten Generation im Familienunternehmen ist, macht das keinen Unterschied. Hinter jedem Auftrag stehen Menschen, die Wert auf Handwerk legen.
„Freizeitwohnsitzbesitzer sind für uns eine wichtige Kundengruppe. Sie ermöglichen es uns, Mitarbeiter zu beschäftigen, Lehrlinge auszubilden und in die Zukunft unseres Betriebs zu investieren.“
Wirtschaftsmotor Bau und Handwerk brummt durch die Vielfalt
Wo gebaut, saniert und renoviert wird, entsteht Wertschöpfung. So einfach ist das. Jeder Auftrag setzt eine Kette regionaler Wertschöpfung in Gang. Steinmetze, Tischler, Elektriker, Installateure, Maler und zahlreiche weitere Handwerksbetriebe arbeiten Hand in Hand. Was für Bauherren ein einzelnes Projekt ist, sichert für viele Unternehmen in der Region Aufträge, Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Für Sebastian Mayer kommt in der öffentlichen Diskussion genau dieser entscheidende Aspekt häufig zu kurz – insbesondere dann, wenn sie zunehmend von Menschen geprägt wird, die die regionalen Gegebenheiten nicht kennen: „Es wird zwar viel über Freizeitwohnsitze gesprochen, aber zu selten darüber, welche Bedeutung sie für uns regionale Betriebe und unsere Mitarbeiter haben.“

Nicht nur die Auswahl an Natursteinen kennt keine Grenzen – auch der Kundenkreis von Steinmetz Neumayr ist aufgrund der Freizeitwohnsitze international.
Dass es sich dabei nicht um eine subjektive Einschätzung handelt, belegen die aktuellen Zahlen der GAW Wirtschaftsforschung. Allein im Bezirk Kitzbühel profitieren insbesondere Bau- und Handwerksbetriebe: Die 5.711 Freizeitwohnsitze im Bezirk lösen jährlich eine Bruttowertschöpfung von rund 37,9 Millionen Euro im Bausektor aus.
Freizeitwohnsitze sind ein Teil der Region und nicht „nur zu Gast“
Einheimische und Freizeitwohnsitzbesitzer gehören gleichermaßen zum Kundenkreis von Steinmetz Neumayr. Was Sebastian beschäftigt, ist das Bild, das häufig von Freizeitwohnsitzbesitzern gezeichnet wird. Seine Erfahrungen sehen anders aus: „Wir erleben unsere Kunden als freundlich, respektvoll und bodenständig. Sie lieben unsere Region.“
Diese Wertschätzung zeigt sich für ihn nicht nur auf der Baustelle, sondern auch im Dorfleben. Viele Freizeitwohnsitzbesitzer sind ein aktiver Teil der Gemeinschaft. Sie besuchen Dorffeste, gehen ins Wirtshaus oder sitzen beim Stammtisch. Aus vielen Geschäftsbeziehungen entstehen langjährige Kontakte oder Freundschaften weit über den beruflichen Austausch hinaus.
„Unsere Arbeit wird weiterempfohlen. Dadurch entstehen Projekte außerhalb Tirols, die ohne den ersten Auftrag in unserer Region nie zustande gekommen wären.“
Die Wertschöpfung endet nicht an den Bezirksgrenzen
Wer mit der Qualität des Familienbetriebs zufrieden ist, kommt wieder. Aus einem Auftrag für einen Freizeitwohnsitz entsteht nicht selten ein Folgeprojekt an einem anderen Wohnsitz. Ob Deutschland, die Schweiz, Frankreich oder sogar Mallorca – die Facharbeiter von Steinmetz Neumayr durften bereits zahlreiche Baustellen außerhalb Österreichs umsetzen. Für Sebastian der Beweis: „Gute Handwerksqualität kennt keine geografischen Grenzen.“ Diese Aufträge hätten ihren Ursprung ohne die internationalen Freizeitwohnsitzbesitzer in der Region aber nie gefunden.

Freizeitwohnsitze sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bau und Handwerk. Sie sichern Arbeitsplätze, Einkommen und Zukunftsperspektiven in der Region
Einkommenseffekte von rund 19,3 Millionen Euro
Mit über 20 Jahren Firmengeschichte zählt das Familienunternehmen Neumayr in Oberndorf heute 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dass Freizeitwohnsitze auch einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung leisten, zeigt nicht nur der Blick in den Betrieb, sondern auch Auswertungen der GAW Wirtschaftsforschung. Nach dem Tourismus zählen Bau und Handwerk zu den größten Profiteuren dieser Wertschöpfung. Allein im Bausektor führen Freizeitwohnsitze laut der Studie zu einem jährlichen Einkommenseffekt von rund 19,3 Millionen Euro – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie regionale Arbeitsplätze und Freizeitwohnsitze miteinander verbunden sind.
Bei Steinmetz Neumayr arbeiten die Generationen zusammen. Sebastian Mayer bringt gemeinsam mit seinem Bruder Jakob neue Technologien in den Betrieb ein, während die langjährige Erfahrung des Vaters, Firmengründer Stefan Neumayr, weiterhin eine wichtige Grundlage bildet. Unterschiedliche Sichtweisen werden dabei nicht als Hindernis verstanden, sondern als Chance, Tradition und Innovation sinnvoll miteinander zu verbinden.

„Wer die wirtschaftlichen Zusammenhänge mit Freizeitwohnsitzen ausblendet, betrachtet nur einen Teil des Gesamtbildes“, bringt es Sebastian Mayer auf den Punkt.
Mehr Differenzierung statt Schwarz-Weiß-Denken
Der Blick nach vorne prägt auch den Wunsch für die Zukunft. Denn in einer Tourismusregion wie dem Bezirk Kitzbühel hängen viele Wirtschaftszweige unmittelbar von Menschen ab, die hier Zeit verbringen – sei es als Urlaubsgäste oder als Eigentümer eines Freizeitwohnsitzes. Eine pauschal negative öffentliche Wahrnehmung könnte diesem sensiblen Zusammenspiel langfristig schaden.
Wie die Vielfalt der Natursteine lebt auch unsere Region von ihren unterschiedlichen Facetten. Nicht Polarisierung, sondern gegenseitiger Respekt. Nicht pauschale Urteile, sondern differenzierte Betrachtung. Und vor allem der Erhalt jener Lebensqualität, die Menschen aus nah und fern gleichermaßen schätzen. Denn erfolgreiche Regionen entstehen dort, wo Wirtschaft und Gemeinschaft nachhaltig zusammen wachsen können – unabhängig davon, ob die Menschen hier ihren Haupt- oder ihren Freizeitwohnsitz haben.